Font Size

SCREEN

Profile

Layout

Menu Style

Cpanel

Neubeginn nach 1945

In dieser Zeit formierte Albert Fischerkeller einige Musiker um sich und bildete den Musikverein Hochemmingen neu. Die musikalische Leitung hatte er bis 1955 inne. Als alter Militärmusiker besaß er das Rüstzeug die Kapelle zu führen und zu leiten. Er beherrschte das Tenorhorn, das Klavier und spielte die Orgel. Schon bald ging es musikalisch aufwärts und die ersten Auftritte konnten bestritten werden. 1951 wurden neue Uniformmützen gekauft. Das Geld hierfür wurde durch das Heuen der Farren-Wiese beim Pumphaus, mit sehr viel Schweiß, verdient. In diesem Jahr fand auch das erste Musikfest nach dem Krieg statt.

Anlass hierfür war das 50-jährige Vereinsjubiläum, welches mit 14 befreundeten Musikvereinen aus der Umgebung gefeiert wurde. Den Höhepunkt des Festumzuges bildete eine offene Kutsche, in der der 1.Vorstand Hermann Liebermann, Ehrenmitglied Josef Bartler und Bürgermeister Karl Hall in Frack und Zylinder platzgenommen hatten. Die gesamten Feierlichkeiten fanden in der Bundeswehr Halle statt. Zu diesem Zeitpunkt diente diese Halle als Standplatz der gemeindeeigenen Dreschmaschine. Mit großem Aufwand, Tatkraft und Phantasie wurden die Halle leergeräumt und zu einer Festhalle umgestaltet.

Beim Empfang von Radweltmeister Heinz Müller in Tuningen 1954, sowie ein Jahr später bei der Glockenweihe im Nachbarort Aasen, waren die Musiker des MVH gerngesehene Akteure.

1955 kleidete der Verein, erstmals seit dem Wiederbeginn, 19 Musiker mit einer kompletten Uniform ein. Die Order erhielt die Fa. Negele in Tübingen.

In den Jahren 1956-57 formierte sich um Heini Kaffine eine Gruppe junger Musiker, welche Freude an der Blasmusik hatten. Gemeinsam mit den altgedienten Musikkameraden wurde viel geübt und ganze Tanzabende bestritten. Bemerkenswert ist, dass fast alles ohne Noten, also auswendig gespielt wurde. Durch den Erfolg fand die Kapelle überall viele Bewunderer.

Einer dieser erfolgreichen Auftritte fand beim Boxring in Schwenningen statt . Es wurde eine Woche lang, jeden Abend von 20.00 - 24.00 Uhr, gespielt. Die Gage betrug 1500, -- DM, eine stolze Summe für die damalige Zeit.

Eine kleine Anekdote aus jenen Tagen hat bis heute überlebt:

Beim Aufbruch zu später Stunde waren alle nicht mehr so ganz nüchtern. Der Becke-Rudl zupfte einen Polizisten am Ärmel –in der Annahme es sei ein Musiker- und sagte: “Und du gosch jetz au hoam“.

Manch ältere Musiker erinnern sich heute noch gerne an die schönen, unterhaltsamen Stunden und geben gerne solche und ähnliche Episoden zum Besten.

1957 schlug der Verein ein neues Kapitel in seiner Geschichte auf. In diesem Jahr knüpfte man erste Kontakte zu den Mitgliedern des Gebirgstrachtenvereins Almfrieden (GTV) aus Schwennigen sowie der Folkloristischen Vereeniging Markelo / Niederlande.

Bis zum heutigen Tage sind diese Beziehungen von Freundschaft und Kameradschaft geprägt.

In den folgenden Jahren besuchte man mit dem GTV Almfrieden viele große Trachtenfeste u.a. in Stuttgart, Esslingen, Konstanz und Dornhan. Bei diesen Festen trat man in der bayrischen Tracht des GTV Almfrieden auf.

Auch die musikalische Weiterentwicklung wurde stets verfolgt und so nahmen die Musiker bereits 1959 beim Wertungsspiel in Schonach und 1968 in Tennenbronn teil.1969 konnte, mit Unterstützung der damals noch eigenständigen Gemeinde Hochemmingen, erneut eine komplett neue Uniform angeschafft werden. Diese bestand aus anthrazitfarbener Hose & Sakko, roter Weste & einer Schirmmütze.

Beim großen 100-jährigen Feuerwehrfest 1970 in Hochemmingen bestritt der MVH, über den gesamten Festverlauf, die musikalische Unterhaltung im Festzelt. Anfang der 70er Jahre feierte der Musikverein Hochemmingen erstmals ein Sommerfest und dies mit so großem Erfolg dass es zur festen Einrichtung wurde. Angefangen hatte es in der Feldscheune von Helmut Bertsche unter einfachsten Bedingungen. Nach ein paar Jahren wurde der Festplatz zum Waldcafe verlegt. Zu Beginn noch bei der alten Wirtschaft und später dann am jetzigen Standort, beim Waldrand. Mit viel Engagement wurde der heutige Festplatz immer mehr ausgebaut und mit dem Bau einer Bewirtungshütte zum heutigen zeitgemäßen Erscheinungsbild entwickelt. Jedes Jahr zieht es erneut viele Besucher und Freunde aus nah und fern an.

Nach vielen Auftritten folgte 1974 abermals eine Fahrt nach Markelo. Im selben Jahr wurden, an der damaligen Uniform, die Schirmmützen gegen den noch heute getragenen Federhut ausgetauscht.

Bei Fastnachtsveranstaltungen der vergangenen 100 Jahren, so auch bei der Gründung der Hochemminger Narrenzunft „Eckbühlplätz“ 1976, war der Musikverein immer dabei und sorgte für die nötige Stimmung.

Die junge Narrenzunft entwickelte sehr viele Aktivitäten und ging auf Reisen. Damit der Musikverein bei all den Veranstaltungen auch optisch zum Narrenrat passte wurden farblich abgestimmte Narrenkittel angeschafft. So begleitete man die Narren nicht nur im eigenen Ort, sondern auch bei großen Narrenumzügen u.a. in Nancy/Frankreich, Sargemünd/Frankreich, Schutterwald, Karlsruhe und als Höhepunkt beim Rosenmontagsumzug in Mainz.

Anlässlich des Verbandsmusikfestes im Mai 1976 in Klengen, fand ein Wertungsspiel statt, an dem der Musikverein erfolgreich teilnahm.

Im selben Jahr wurde das 75-jährige Jubiläum mit einem großen Fest gebührend gefeiert. Zahlreiche Kapellen aus dem Verbandsgebiet überbrachten ihre musikalischen Glückwünsche. Ein Höhepunkt war der Festumzug, der die vielen Gäste begeisterte.

1978 begann der Musikverein seine Uniform umzustellen, anstelle der langen Hose kam eine Kniebundhose mit weißen Kniestrümpfen und im Jahre 1982 ersetzte man die dunklen Sakkos durch hellgraue Janker mit weinroter Weste.

Die ganze Region Markelo feierte 1984 das 50jährige Bestehen der Folkloristischen Vereeniging mit einem internationalen Trachtenfest der Superlative. Der Musikverein Hochemmingen sowie der GTV Almfrieden durften dabei nicht fehlen.

In dieser Zeit wurde erkannt, dass der Jugendarbeit und Zöglingsausbildung ein besonderes Augenmerk geschenkt werden musste.

So begann der Verein bereits Anfang der 80er Jahre mit der methodischen Ausbildung der Blasmusiklehre. Der Abschluss dieser Ausbildung beinhaltet die Absolvierung des Jugendleistungsabzeichen des Blasmusikverbandes.

Die neunziger Jahre waren von vielen Jubiläumsfeiern geprägt. Den Anfang machte die Landjugendgruppe mit ihrem Kreiserntedankfest 1990, gefolgt vom 60-jährigen Jubiläum der Folkloristischen Vereeniging Markelo 1994.

Ein Jahr später feierte die Freiwillige Feuerwehr Hochemmingen ihren 125.Geburtstag. 1997 bestritt der Fußballclub sein 75-jähriges Bestehen. Der befreundete GTV Almfrieden konnte im selben Jahr ebenfalls auf 75 Jahre Vereinsgeschichte zurückblicken.

Der musikalische Höhepunkt eines jeden Vereinsjahres ist das Jahreskonzert im Advent.

Um dieses selbst gesteckte Ziel zu erreichen, bereiten sich die aktiven Musiker mit den Zöglinge gemeinsam, bei einem Probenwochenende im Rahmen eines Hüttenaufenthaltes, intensiv vor.

Die Jugend- und Zöglingsarbeit wird mit sehr viel Engagement seitens der Jugendleiter und der Ausbilder betrieben. Den jungen Musikerinnen und Musiker wird von ihren Ausbildern im Einzel- und Gruppenunterricht das nötige Wissen im theoretischen sowie im praktischen Musizieren vermittelt. Der ganze Stolz des Musikvereins ist die derzeitige Jugendgruppe, auf der die Hoffnung für eine gesicherte Zukunft des Vereins ruht. Als Bestätigung der kontinuierlichen und fundierten Ausbildung gilt der hohe Leistungsstand mit vielen D1, D2, C1 und C3 Prüfungen.

Als kleiner Musikverein im Blasmusikverband Schwarzwald Baar, können sich die Musiker jederzeit dem Wettstreit mit den anderen Vereinen stellen, auch finden sie immer wieder den herzlichen Beifall ihrer Gäste.

Innerhalb der Stadt Bad Dürrheim besteht, zwischen den Musikvereinen der einzelnen Stadtteile und dem Kernort, ein sehr gutes, offenes Verhältnis. Der Musikverein Hochemmingen kann mit Stolz behaupten, ein wichtiger Kulturträger in der dörflichen Gemeinschaft zu sein. Es findet keine Fastnacht, kein Kirchenfest oder sonstige Veranstaltung ohne die Mitwirkung des Musikvereines statt und die aktiven Musikerinnen und Musiker erfüllen diese Aufgabe sehr gerne. Man kann nur hoffen das sich in dieser hektischen, schnelllebigen Zeit immer wieder Ideallisten zusammen finden, die das gemeinsame Musizieren als schönes Hobby ansehen und ausüben.

Aktuelle Seite: Home Historisches 1945 bis heute